Interviewpassagen zu den Typen

Konsensbildende Konflikterziehung

Beispielpassagen für die Vermittlungsorientierung der Eltern

Frau Ortner: „ja ich mische mich inzwischen kaum noch ein ist ja auch nicht mehr gewollt gefragt gewollt ehm nur wenns mir wirklich so auf n Wecker geht dass se so laut da oben brüllen dass ich sag wir müssen jetzt mal dann sag ich aber eher die sollen jetzt mal ruhig sein und äh das muss das muss auch anders gehen sag ich dann inzwischen ne? (.) nicht mehr so wie Kinder dass ich die Hand nehme dass sie irgendwas machen müssen das müssen die eigentlich jetzt selber klären also eigentlich sag ich dann nur (.) geh ich dann hin zu jemand Einzelnen und sag dem (.) denk doch mal da und da drüber nach und dann rede mal mit deiner Schwester ne? oder mit dem anderen versu- versuch dem anderen dem einen die Situation des anderen zu erklären und sage dann dann zu dann sollen die ihre (unverständlich) dann geh mal und rede mit der also dass ich steh nicht mehr dabei sondern versuche manchmal die andere Seite darzustellen und hoffe dann oder denke auch dass die das hinkriegen dass sie dann sich wieder vertragen ne? oder dass die auch den anderen Standpunkt verstehen“
[…]
„manchmal sag ich aber auch lass dem anderen jetzt mal n bisschen Zeit du gehst erst in ner Stunde hin oder so ne? weil da muss man manchmal n bisschen abwägen und n bisschen gucken wie die Kinder so drauf sind wenn ich sage komm geh jetzt ehm warte mal n bisschen und wir klären das dann in ner Stunde wenn der andere sich abreagiert hat ne?“
[…]
„und dann red ich meistens dann mit allen Kindern also die betroffen sind dann erst mal mit dem Kind was ist passiert dass er zu mir kommt ne? und dann mit dem anderen Kind und ich versuche eigentlich immer dass die den anderen verstehen ja dass die die Perspektive des andern sehen und sehen vielleicht warum der eine so gehandelt hat ne? und dann ermutige ich die aber auch da zu dem anderen wieder hinzugehen äh je nachdem dann dem einen oder den anderen äh wenn dann wirklich beide stur sind dann kommt auch nochmal vor dass ich wirklich dann noch dabei bin und sage so dann nehm ich einen wirklich an die Hand gehe dann zu dem anderen ins Zimmer und sag so ich möchte dass ihr mal zusammen redet“

Beispielpassagen für die Dialogorientierung der Geschwister

Ida Ortner: „hat meine Schwester dann auch glaub ich gesagt dass sie schon verstehen kann dass ehm mich das genervt hat? dass sie eben halt so geschrien äh oder mich dann ja in Hetze gebracht hat mit ihren Sachen die sie gesagt hat [die jüngere Schwester möchte mit Ida zusammen den Bus zur Schule nehmen und Ida braucht länger, JFB] und dass ich das vielleicht nicht so toll fand aber ehm naja oder ich dass ja ich auch verstehen kann dass es meine Schwester halt nervt wenn ich zu spät bin […] wenn ichs dann eingesehen hab und hab gesagt ich hab über- überreagiert und so und jetzt vielleicht andererseits auch von meiner Schwester hat sie dann auch eingesehen dass sie vielleicht nicht so mir Vorschriften machen sollte“
[…]
„dass mein Bruder dann ehm eher aus dem Zimmer rausgegangen ist und gesagt hat ja er lässt mich jetzt mal kurz Klavier spielen [das Klavier steht im Zimmer des Bruders und Ida möchte manchmal damit spielen, was zu Konflikten führt, JFB] wo es auch immer grad auf die Bestimmung von meinem Bruder ankam und irgendwie auch auf die Stimmung von mir weil manchmal wollt ich jetzt einfach in dem Moment Klavier spielen und manchmal war dann ich dann halt eher zu nem Kompromiss bereit und hab gesagt nee jetzt äh okay dann machen wir das später“

Differenzierende Konflikterziehung

Beispielpassagen für die Ermittlungs- und Sanktionsorientierung der Eltern

Frau Schneider: „ja ich bin meistens gucken gegangen [mhm] was da los ist weil man auch schon mal Sorge hatte die haun sich die Köpfe ein ehm weil auch das ist schon vorgekommen dass die sich gegenseitig gekniffen gebissen gekratzt gehaun und was weiß ich nicht /lacht/ haben [mhm] dann mit nem Bleistift gepikst und so ja so wie die Mädchen dann halt sein können in dem Alter (.) ich bin dann gucken gegangen und […] hab ich dann nur Isabel rausgeholt und hab geguckt na was ist hier vorgefallen?“
[…]
„dann hingegangen […] hab gesagt erzählt mir was passiert ist und dann brüllen gleich beide los und dann hab ich gesagt stopp erst du dann du [mhm] und dann hab ich gesagt ich war nicht dabei ich kann das nicht beurteilen [mhm] aber ich möchte jetzt dass ihr euch vertragt“

Herr Schneider: „ich hab dann immer wieder versucht wenn se irgendwas gemacht haben hab ich versucht beide dann irgendwie zu maßregeln weil ich sag ich war nicht dabei [mhm] du sagst mir das jetzt und du sagst mir das auch ich weiß einer sagt nicht die Wahrheit (.) und jetzt müsst ihr beide drunter leiden oder lasst es doch einfach sein“
[…]
„du gibst mir deine Einschlafkassette und du gibst mir dein Handy [mhm] und dann gucken sich beide an siehste das haben wir jetzt davon (.) dann nur so siehste dass wenn (.) irgendwas muss ja passieren dass die damit aufhören“

Beispielpassagen für die destruktive Gewaltorientierung und Delegationsorientierung der Geschwister

Autonomieorientierte Konflikterziehung